Gesellschaft differenziert betrachten

Husum – Es geht darum, Dinge differenziert zu betrachten, verschiedene Meinungen zu hören und es auszuhalten, dass sie verschieden bleiben. „Die Kirche bietet einen besonderen Ort für diese Art der Diskussion“, so Friedemann Magaard, Pastor an der St.-Marienkirche in Husum. Er ruft darum die Reihe „Prisma – Debatte am Markt“ ins Leben. Bei der Auftaktveranstaltung am 30. August stehen die Lebens- und Arbeitsbedingungen rumänischer Arbeitskräfte am Husumer Schlachthof im Mittelpunkt.

„Die Welt ist nicht schwarz-weiß“, so Magaard. „Sie ist immer gebrochen in verschiedene Aspekte, die auch nebeneinander stehen können.“ Darum hat er den Namen „Prisma“ für das neue Format gewählt. Ein optisches Prisma ist ein Glas, das durch seine Form einfallendes Licht in seine Bestandteile zerlegt.

„Schlachthof fern der Heimat“ ist nun der Titel des ersten Prisma am Donnerstag, 30. August. In Husum und Umgebung leben weit mehr als hundert Arbeitende aus Rumänien und Bulgarien, die über ein Subunternehmen bei Danish Crown beschäftigt sind. Gemeinsam haben sich Kirchen und Gewerkschaftsvertreter informiert, wie es um ihre Lebensbedingungen bestellt ist. „Sie leben mit vielen Menschen auf engem Raum“, sagt Magaard, „keiner von uns möchte so wohnen.“ Aber er weiß auch, dass diese Menschen mit dem Herzen in ihren Heimatländern sind und so viel Geld wie möglich für ein besseres Leben dort sparen möchten. Magaard erzählt von langen Schichten und Wochenenden ohne Gestaltungsmöglichkeiten. „Sie leben teilweise seit vielen Jahren in Deutschland und sprechen kein Wort Deutsch“, sagt er. Eine bessere Integration, eine bessere Teilhabe an der Gesellschaft, ob und wie das möglich ist, darüber will er am 30. August mit seinen Gästen diskutieren.

Eingeladen sind Dr. Susanne Uhl vom Deutschen Gewerkschaftsbund DGB Nordwest und Dirk Hartmann, Geschäftsführer Danish Crown Husum. Auch Jim Jensen vom der dänischen Gewerkschaft NNF, Finn Petersen von der Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genuss-Gaststätten und Helga Zichler von der Beratungsstelle Faire Mobilität werden als Experten zum Thema erwartet. Der Abend bietet neben Information und kontroverser Debatte auch Raum für Fragen und Beiträge der Besucher. Friedemann Magaard ist erfahren in dieser Art der Begegnung und wird die Veranstaltung moderieren.
Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 30. August, um 19 Uhr in der St.-Marienkirche Husum. Der Eintritt ist frei.

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